«Pflegekinder - next generation»
  • Home
  • Hintergrund
  • Projekt
  • Projektgruppe
  • Dialoggruppen
  • Forschung
  • News
  • Agenda
  • Kontakt
  • Menü Menü

Interview mit Prof. Dr. Klaus Wolf

Juni 30, 2020/in Medienmitteilung/von pflegekinder_admin

Die Projektgruppe «Forschung & Entwicklung» hat ihre Schwerpunkte für die kommende Ausschreibung gesetzt. Mitentschieden hat hierbei auch Prof. Dr. Klaus Wolf, der Gründer der Forschungsgruppe Pflegekinder und der Forschungsgruppe Heimerziehung der Universität Siegen. In einem Interview beleuchtet er sein Engagement für benachteiligte Kinder und die Bedeutung des Forschungsprojektes «Pflegekinder – next generation».

Klaus Wolf, Sie gelten als einer der wichtigsten Wissenschaftler im Bereich der Pflegekinderhilfe. Woher stammt Ihr Forschungsinteresse?

Menschen mit schwierigen Biografien haben mich schon immer fasziniert, während mich die gesellschaftliche Abwertung eben dieser Menschen abgestossen hat. Schon lange vor der akademischen Karriere habe ich mich für Kinder engagiert, die unter ungünstigen Verhältnissen aufwachsen. Wie ist es möglich, dass sich diese Kinder selbstbestimmt und zufrieden entwickeln und manchmal sogar ein glückliches Leben führen können? Was können wir beitragen, dass sich ihre Situation verbessert. Dies wollte ich wissen.

Sie waren stets in Deutschland tätig, an verschiedenen Forschungsstätten und ab 2002 als Professor für Sozialpädagogik an der Universität Siegen. Hatten Sie Berührungspunkte zur Schweiz?

Schon früh tauchten bei den Kongressen etwa Schweizer Kolleginnen und Kollegen auf. Sie zeigten uns, dass die Probleme hier wie dort sehr ähnlich liegen, sie berichten aber auch von grossen Unterschieden.

Nämlich?

Nun, der Unterschied zwischen der Deutschschweiz und der Westschweiz ist das eine. Das andere ist die Tatsache, dass die Pflegekinderhilfe beispielsweise im Kanton Appenzell Innerhoden ganz anders sein kann als in St. Gallen. Diese grosse Vielfalt springt einem ins Auge und bietet ein wunderbares Forschungsfeld.

Ist das der Grund, warum sie beim Projekt «Pflegekinder –  next generation» zugesagt haben?

Ja, als ich von diesem Projekt gehört habe, fand ich dieses sogleich faszinierend. Denn Forschung zu Pflegekindern gab es in der Schweiz bis anhin nur isoliert und punktuell. Wohl auch die Aufarbeitung des Verdingkinderwesens hat hier zu einem Umdenken geführt. Man will jetzt wissen, was damals war und man will erfahren, wie es heute ist. Wenn es nun durch dieses Projekt «Pflegekinder – next generation» einen Schub geben kann, dann ist dies nicht nur für mich als Wissenschaftler interessant, sondern es ist auch für die Pflegekinder in der Schweiz und hoffentlich die ganze Gesellschaft äusserst bedeutungsvoll.

Eine umfassende Forschungsbedarfsanalyse wurde gemacht. Was hat diese gezeigt?

Die Analyse hat gut vermessen, welche Forschungs- und Wissensbestände es gibt und wo Lücken bestehen. Die Aufgabe von unserer Projektgruppe «Forschung & Entwicklung» war es dann, die Schwerpunkte zu setzen. Es geht eben nicht darum, mit einem Forschungsprojekt gleich alle Lücken schliessen zu wollen – bei solch einer «eierlegenden Wollmilchsau» käme nichts Halbes und nichts Ganzes heraus.

Die Schwerpunkte wurden gesetzt. Da geht es einerseits um die «Partizipation der Pflegekinder».

Dieses Projekt ist überfällig. Alle sagen, die Kinder sollen im Mittelpunkt stehen. Aber jeder und jede, der mit Pflegekindern zu tun hat, weiss, wie oft sie sich ungehört und unverstanden fühlen. Die Kinder, um die es eigentlich geht, sind im Prozess oftmals zu wenig eingebunden. Wie können wir das ändern – dies muss uns interessieren.

Ein zweites Projekt beschäftigt sich mit der «guten Begleitung». Worum geht es da?

In der Bevölkerung gibt es die Vorstellung, dass mit «guten Pflegeeltern» alles klappt. Wenn es doch nur so einfach wäre. Das Gegenteil ist der Fall, vieles ist kompliziert: Pflegekinder, Pflegeeltern und auch die leiblichen Eltern – sie alle brauchen viel Unterstützung, damit sie es gemeinsam gut hinkriegen.

Und dann wäre noch die vergleichende Studie. Warum liegt Ihnen diese am Herzen?

Die vergleichende Studie ist darum spannend, weil es diese ganz spezielle, heterogene Ausgangslage nur in der Schweiz gibt. Die kantonalen Unterschiede kann man forschungsmässig bestens nutzen und sich fragen: Welche Folge hat es, wenn ein Kanton so oder anders organisiert ist? Welche Wechselwirkung gibt es zwischen den rechtlichen Regelungen und der Entwicklung bei Pflegefamilien. Wo lohnt es sich, mehr zu investieren und wo weniger. Dieses Forschungsprojekt kann, davon bin ich überzeugt, brisante Ergebnisse produzieren.

Was für Forschungsgruppen wünscht man sich?

Wir wollen in erster Linie Forschende, die nicht nur aufzeigen, was falsch läuft, sondern auch Ideen entwickeln, wie man es besser machen kann. Insbesondere bei der «guten Begleitung» und den «unterschiedlichen Strukturen» braucht es Gruppen, die Daten vergleichen können. Vor diesem Hintergrund wären überregionale Forschungsgruppen interessant. Ich denke da an Kooperationen zwischen Hochschulen, die auch nach unserem Projekt weiterleben. Gelingt dies, ist das Forschungsprojekt «Pflegekinder – next generation» nicht nur visionär, sondern auch nachhaltig.

Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Teilen auf Tumblr
  • Teilen auf Vk
  • Teilen auf Reddit
  • Per E-Mail teilen
https://pflegekinder-nextgeneration.ch/wp-content/uploads/2020/06/Foto-Wolf-scaled.jpg 1080 1618 pflegekinder_admin https://pflegekinder-nextgeneration.ch/wp-content/uploads/2019/09/main-logo3-300x115.png pflegekinder_admin2020-06-30 16:17:332020-07-16 10:26:42Interview mit Prof. Dr. Klaus Wolf

Aktuelle News

  • Ausschreibung Praxisprojekte: «Pflegekinder – next generation»September 10, 2024 - 3:59 p.m.
  • Übergang in die nächste Projektphase IIISeptember 2, 2024 - 4:35 p.m.
  • Interview mit Gael PloSeptember 6, 2023 - 10:35 a.m.
  • Interview mit Meryem OezdirekDezember 16, 2022 - 3:29 p.m.
  • Ein spannender AuftaktDezember 1, 2022 - 9:23 a.m.

Kategorien

  • Medienmitteilung
  • Unkategorisiert

Archiv

  • Mai 2026 (2)
  • September 2025 (2)
  • Mai 2025 (2)
  • September 2024 (4)
  • September 2023 (2)
  • Dezember 2022 (3)
  • November 2022 (5)
  • August 2022 (4)
  • April 2022 (2)
  • Dezember 2021 (2)
  • Oktober 2021 (4)
  • Mai 2021 (6)
  • März 2021 (6)
  • Januar 2021 (4)
  • November 2020 (6)
  • August 2020 (2)
  • Juli 2020 (3)
  • Juni 2020 (3)
  • Februar 2020 (2)
  • Januar 2020 (2)
  • Dezember 2019 (3)
  • November 2019 (2)
  • Oktober 2019 (1)

Adresse

  • Palatin Stiftung
    St. Alban-Vorstadt 12
    4052 Basel

Kontakt

gf@palatin.ch

www.palatin.ch

Newsletter

Copyright 2026 © Palatin Stiftung. Alle Rechte vorbehalten. - Webseite erstellt durch hhomepage Webagentur
  • Link zu Facebook
  • Impressum
  • Datenschutz
Link to: La planification est terminée – Comment procéder ? Link to: La planification est terminée – Comment procéder ? La planification est terminée – Comment procéder ? Link to: Interview avec Prof. Dr. Klaus Wolf Link to: Interview avec Prof. Dr. Klaus Wolf Interview avec Prof. Dr. Klaus Wolf
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen

Diese Seite verwendet Cookies um bestmöglichen Service zu gewährleisten. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

OK

Cookie- und Datenschutzeinstellungen



Wie wir Cookies verwenden

Wir können Cookies anfordern, die auf Ihrem Gerät eingestellt werden. Wir verwenden Cookies, um uns mitzuteilen, wenn Sie unsere Websites besuchen, wie Sie mit uns interagieren, Ihre Nutzererfahrung verbessern und Ihre Beziehung zu unserer Website anpassen.

Klicken Sie auf die verschiedenen Kategorienüberschriften, um mehr zu erfahren. Sie können auch einige Ihrer Einstellungen ändern. Beachten Sie, dass das Blockieren einiger Arten von Cookies Auswirkungen auf Ihre Erfahrung auf unseren Websites und auf die Dienste haben kann, die wir anbieten können.

Notwendige Website Cookies

Diese Cookies sind unbedingt erforderlich, um Ihnen die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen zur Verfügung zu stellen.

Da diese Cookies für die auf unserer Webseite verfügbaren Dienste und Funktionen unbedingt erforderlich sind, hat die Ablehnung Auswirkungen auf die Funktionsweise unserer Webseite. Sie können Cookies jederzeit blockieren oder löschen, indem Sie Ihre Browsereinstellungen ändern und das Blockieren aller Cookies auf dieser Webseite erzwingen. Sie werden jedoch immer aufgefordert, Cookies zu akzeptieren / abzulehnen, wenn Sie unsere Website erneut besuchen.

Wir respektieren es voll und ganz, wenn Sie Cookies ablehnen möchten. Um zu vermeiden, dass Sie immer wieder nach Cookies gefragt werden, erlauben Sie uns bitte, einen Cookie für Ihre Einstellungen zu speichern. Sie können sich jederzeit abmelden oder andere Cookies zulassen, um unsere Dienste vollumfänglich nutzen zu können. Wenn Sie Cookies ablehnen, werden alle gesetzten Cookies auf unserer Domain entfernt.

Wir stellen Ihnen eine Liste der von Ihrem Computer auf unserer Domain gespeicherten Cookies zur Verfügung. Aus Sicherheitsgründen können wie Ihnen keine Cookies anzeigen, die von anderen Domains gespeichert werden. Diese können Sie in den Sicherheitseinstellungen Ihres Browsers einsehen.

Google Analytics Cookies

Diese Cookies sammeln Informationen, die uns - teilweise zusammengefasst - dabei helfen zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und wie effektiv unsere Marketing-Maßnahmen sind. Auch können wir mit den Erkenntnissen aus diesen Cookies unsere Anwendungen anpassen, um Ihre Nutzererfahrung auf unserer Webseite zu verbessern.

Wenn Sie nicht wollen, dass wir Ihren Besuch auf unserer Seite verfolgen können Sie dies hier in Ihrem Browser blockieren:

Andere externe Dienste

Wir nutzen auch verschiedene externe Dienste wie Google Webfonts, Google Maps und externe Videoanbieter. Da diese Anbieter möglicherweise personenbezogene Daten von Ihnen speichern, können Sie diese hier deaktivieren. Bitte beachten Sie, dass eine Deaktivierung dieser Cookies die Funktionalität und das Aussehen unserer Webseite erheblich beeinträchtigen kann. Die Änderungen werden nach einem Neuladen der Seite wirksam.

Google Webfont Einstellungen:

Google Maps Einstellungen:

Google reCaptcha Einstellungen:

Vimeo und YouTube Einstellungen:

Andere Cookies

Die folgenden Cookies werden ebenfalls gebraucht - Sie können auswählen, ob Sie diesen zustimmen möchten:

Datenschutzrichtlinie

Sie können unsere Cookies und Datenschutzeinstellungen im Detail in unseren Datenschutzrichtlinie nachlesen.

Datenschutzerklärung
Accept settingsHide notification only